Kenne deinen Zyklus – Fakten rund um die Menstruation

Das Thema Periode ist zwar weniger sexy, aber es liegt mir dennoch am Herzen. Schließlich haben ca. 50% der Weltbevölkerung diese Superpower: Sie bluten mehrere Tage am Stück, ohne davon zu sterben! Das ist die Menstruation.

Zyklus-Tracking

Wie ärgert man einen Archäologen? Man zeigt ihm einen blutigen Tampon und fragt, aus welcher Periode der ist.

Zyklus-Tracking der MenstruationIch selbst habe eigentlich mit etwa 30 meinen ersten wirklichen Zyklus bekommen, da ich vorher lange, lange Zeit hormonell verhütet habe. Mit 15 war mein Zyklus noch sehr, sehr unregelmäßig, dann habe ich etwa 13 Jahre lang die Pille genommen, dann den Nuvaring und schließlich hat man festgestellt, dass ich aufgrund meiner Leber lieber komplett hormonfrei verhüten sollte. Also bin ich auf die Kupferspirale umgestiegen und kenne nun meinen Körper und meinen Zyklus ziemlich genau:

Dank meines Fitbits weiß ich zum Beispiel, dass mein Ruhepuls ein paar Tage vor meiner Regel etwas ansteigt. Mein Zyklus an sich dauert durchschnittlich zwischen 27 und 29 Tagen. Ich habe tatsächlich PMS, was dazu führt, dass ich ein paar Tage vor meiner Periode leichter reizbar und näher am Wasser gebaut bin. Die ersten zwei Tage habe ich neben Heißhunger auf Schokolade auch häufig recht starke Kopfschmerzen, manchmal sogar Migräne. Auch Unterleibskrämpfe können vorkommen, sodass ich (selten) in ganz schlimmen Phasen kaum aufrecht stehen kann und ohne spezielle Schmerzmittel für Frauen nicht durch den Tag komme. Immerhin war ich von der Blutung her immer auf der schwächeren Seite. Am zweiten, also dem stärksten Tag, kam ich mit normalen Tampons zurecht, die ich alle 3-4 Stunden gewechselt habe. Nach 4 Tagen ist der Spuk schon wieder vorbei.

So. Nun kennst du meinen Zyklus. Kennst du deinen auch so gut? Wenn nicht, ist es an der Zeit, das zu ändern. Ich habe nämlich ein ganz neues Gefühl für meinen Körper, meine Bedürfnisse und meine Emotionen bekommen, seit ich angefangen habe, meinen Zyklus zu tracken und genauer zu beobachten.

Die Periode – oder auch „die weibliche Superkraft“

„Hast du heute deine Tage?“ – „Nein, ich kann auch ohne absterbende Gebärmutterschleimhaut pissig werden!“

Immer Tampons dabeiJede von uns durfte sich sowas schon anhören. Dabei sind die Stimmungsschwankungen eher etwas, das zum PMS gehört. Dieses sogenannte Prämenstruelle Syndrom, tritt jedoch – wie der Name schon sagt – vor der Regel auf. Natürlich können auch Unterleibskrämpfe und Blutschwälle die Laune ein bisschen trüben, aber hast du schonmal ne Männergrippe verarzten dürfen?

Ich habe nie verstanden, warum Frauen aus ihrer Regel so einen Hehl machen. Es betrifft uns doch fast alle und ist etwas ganz Natürliches. Aber gut, das ist vermutlich einfach viel zu lang so indoktriniert worden. In meiner Handtasche habe ich eigentlich immer Tampons, damit ich im Zweifelsfall anderen aushelfen kann. Allerdings hatte ich auch schon eine Arbeitskollegin, die mich im kaum verständlichen Flüsterton gefragt hat, ob ich einen dabei hätte. Dann ist sie hochrot angelaufen ist, als ich ihn ihr einfach gegeben habe – das hätte ja jemand sehen können!

Ich zumindest finde den weiblichen Zyklus inzwischen ziemlich beeindruckend. Natürlich könnte ich auch irgendwie auf das Bluten und die Schmerzen und das Aufgebläht-fühlen verzichten, aber durch das Kennen und Akzeptieren dieses Teils des Frauseins finde ich es nicht mehr ganz so schlimm. In der Regel habe ich ja auch überlebt.

Wir bluten ja gar nicht blau

Was ist ein Blutfleck auf dem Feldweg? Eine alte Bauernregel.

Menstruationsblut ist ja gar nicht blauDass die Menstruation etwas Unschönes ist, suggeriert uns ja sogar schon die Werbung für eben solche Hygieneprodukte. Da wird nicht etwa rote Flüssigkeit genommen – nein, man nimmt blaues Gel, um zu zeigen wie saugstark die Binden sind. Menstruationsblut ist übrigens auch dickflüssiger und meist auch dunkler als normales Blut, schließlich ist ja auch Gebärmutterschleimhaut mit dabei.

Ich bin ja nun auf eine Menstruationstasse umgestiegen. Dadurch habe ich nochmal einen anderen Kontakt zu meinen Blut. Und ich muss sagen, wenn man sich mal dran gewöhnt hat, ist es gar nicht mehr so eklig. Vor allem ist es auch freundlicher für meinen Geldbeutel, das hilft den Ekel gut zu überwinden. Schließlich könnten Frauen im Prinzip mit dem, was sie für ihre notwendigen Monatshygiene-Produkte ausgeben müssen, auch einen Kleinwagen kaufen. Eine Frau braucht nämlich durchschnittlich um die 12.000 Tampons in ihrem Leben. Rechne da dann mal noch Apothekenkosten und Kirschkernkissen mit dazu… Dürfte eine stolze Summe werden.

Trotzdem ist das ein Thema, wo du nicht am falschen Ende sparen solltest. Achte bei Tampons lieber auf Qualität, denn Bleichmittel oder Parfumstoffe willst du doch eigentlich nicht an deiner Schleimhaut haben, oder?

Außerdem gilt vor allem bei Tampons „lieber öfter wechseln als zu selten“, denn ein Toxisches Schock Syndrom (TSS) kann lebensgefährlich sein. Hier geht es also nicht darum, dass Tamponhersteller dich dazu verleiten wollen, mehr zu nutzen, wenn sie sagen, du solltest eigentlich alle 6 Stunden wechseln. Hier geht es tatsächlich um deine Gesundheit.

Sex, das Allheilmittel?

Ein echter Pirat sticht auch ins rote Meer!

Sex während der Periode kann tatsächlich helfen. Einerseits kann er deine Tage etwas verkürzen. Denn durch die Kontraktionen der Gebärmutter wird der Abtransport der Gebärmutterschleimhaut gefördert und dadurch alles beschleunigt.

Ein Massagestab kann nicht nur gegen Nackenschmerzen helfenAußerdem werden durch Orgasmen Endorphine, also Glückshormone, freigesetzt. Diese können ähnlich wie ein Schmerzmittel wirken und somit Krämpfe lindern. Natürlich kannst du hierfür auch einfach dein Lieblingsspielzeug zur Hand nehmen. Während ein Wand-Vibrator vielleicht die „sauberere“ Alternative ist, habe ich für mich festgestellt, dass zu dieser Zeit auch Penetration und interne Vibration besonders krampflindernd für mich sind. Darum nehme ich auch gern den Womanizer DUO als Schmerzmittel. Schließlich kann man ja hinterher auch alles schnell und einfach mit warmem Wasser und milder Seife wieder sauber bekommen.

Ich habe auch schon sogenannte Soft-Tampons für Sex während der Menstruation getestet und kann sie für Ausnahmefälle auch empfehlen. Bei meiner Anatomie ist es halt nur ne ganz schöne Arbeit und Sauerei, sie hinterher wieder raus zu bekommen, wenn es mal wild und tief zur Sache ging. An sich sind das kleine weiche, flexible Schwämmchen, die ganz eingeführt werden und mit denen Geschlechtsverkehr möglich ist. Da sie natürlich auch die Schleimhäute austrocknen können – und sehr teuer sind – empfehle ich sie wie gesagt nur in Ausnahmefällen. Für ausgedehnte Spielabende oder als Dauerlösung während der Tage würde ich sie eher nicht raten.

Blut, Krämpfe, Schmerzen – Was kann ich während der Menstruation tun?

Was ist rot und fliegt durch die Luft? Die Binde Maja.

Wärmflasche & Co helfen gegen Schmerzen bei der MenstruationIch kann dir hier gern sagen, was mir während der Menstruation neben dem Obengenannten meistens hilft. Natürlich sind das keine Allheilmittel, aber zumindest bei mir haben sie sich bewährt.

Baden: Warmes Wasser, entspannende Düfte – ein warmes Bad wirkt entspannend. Das natürlich auch während der Tage, besonders, wenn ich gerade Krämpfe habe oder Rückenschmerzen. Die Wärme fördert übrigens auch das Abbluten und kann so die Periode ein kleines bisschen beschleunigen.

Wärmflasche: Ok, ich nehme keine Wärmflasche, sondern habe so ein megasüßes Warmies Einhorn, das ich mir in die Mikrowelle packen und erwärmen kann. Manchmal kommen auch meine noch süßeren und kuscheligeren Katzen an und legen sich auf meinen Bauch. Das wirkt natürlich noch besser, vor allem gepaart mit den sanften Vibrationen durch das zufriedene Schnurren.

Sport: Ja, ich weiß, mit Regelschmerzen und so hat man nicht gerade Lust auf Sport, aber mir hilft eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer tatsächlich, auch wenn es erstmal ziemliche Überwindung kostet.

Ingwertee: Soll angeblich auch helfen, die Periode zu verkürzen. Also eigentlich wurden die Studien mit Ingwer-Pulver durchgeführt, aber was soll’s. Viel trinken soll man doch schließlich auch.

Menstruationstasse: Dazu habe ich sogar einen ganzen Artikel verfasst (Bessere Tage mit der Menstruationstasse – klingt komisch, ist aber so), aber ich kann dir jetzt schon sagen, dass ich minimal kürzere und deutlich krampflosere Perioden habe, seit ich keine Tampons mehr verwende, sondern auf einen Cup umgestiegen bin. Dazu aber wie gesagt demnächst mehr.

Wenn du noch weitere Tipps hast, freue ich mich darüber in den Kommentaren.

Ich hoffe, auch du kannst deinen Zyklus – oder den deiner Partnerin – nun mit anderen Augen betrachten.

Deine Sally

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